Kommentar, 22.03.2010
Der tiefe Fall des HFC
Heute vor einem Jahr stand der HFC als regierender Meister an der Tabellenspitze der HFL. Seither ging es bergab: In den letzten 14 Liga-Spielen gab es gerade 2 grau-orange Siege zu bejubeln. Eine Ursachenforschung.

Drei Siege aus drei Spielen, Torverhältnis 26:4: So sah es im März 2009 aus. Heute, ein Jahr später, hat man aus fünf Spielen drei Punkte erobert und kann froh sein, nicht das Ende der Tabelle zu zieren. Aber was steckt dahinter? Sind die Gegner plötzlich so gut oder der HFC auf einmal so schwach? Eine schwierige Frage. Einige Teams sind sicher stärker geworden, doch entscheidend ist letztlich immer die eigene Leistung. Hier muss man ansetzen, wenn man den Weg aus der Krise schaffen will. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Gerade das Match letzten Samstag war ein gutes Beispiel für die derzeitige Verfassung des HFC: Gegen Eggenberger, die man vor eineinhalb Jahren noch mit 5:2 vom Platz geschossen hatte, setzte es ein 1:8 und damit die zweithöchste HFL-Niederlage aller Zeiten. Neben der mittlerweile gewohnt schwachen Offensivleistung war diesmal auch die Defensive alles andere als sattelfest. Zudem trafen die Eggenberger bei acht von geschätzten zehn Schüssen aufs Tor – was wohl daraus resultierte, dass der Tormann davor zehn Monate keinen Ball gesehen hatte. Doch verloren hätte man so und so. Und das hat andere Gründe.

Zum einen regiert im Team des HFC derzeit das Mittelmaß – viele gute Kicker, aber keine überragenden, die allein den Unterschied ausmachen könnten. Der eine oder andere mag an einem guten Tag über sich hinauswachsen, ansonsten dürfen sich die Grau-Orangen aber nicht mehr – wie in der Vergangenheit – auf Einzelleistungen einiger Spieler verlassen. Vielmehr ist die Mannschaft als Kollektiv gefordert. Und das klappt zurzeit hinten und vor allem vorn nicht.

„Wir bringen keine drei Pässe hintereinander an den Mann“, stellte ein HFCler nach dem Spiel gegen Eggenberg fest. Selbiges erlebte man schon gegen NK Stepinac oder Club Graz 05. Dennoch wird nach wie vor versucht, mit Kurzpassspiel nach vor zu kommen. Meist eben mit bescheidenem Erfolg – sobald der Gegner Pressing spielt, ist der Ball auch schon weg. Zudem entstehen daraus viele gefährliche Situationen, die immer wieder zu Gegentoren führen.

Wenn es spielerisch nicht klappt, probieren es viele Teams mit langen Bällen in die Spitze. Nicht so die HFCler, die ihr Glück weiterhin mit kurzen Pässen und durchsichtigen Haken versuchen. Das mag mit einer spielerisch guten Mannschaft ja durchaus sinnvoll sein. Davon ist der HFC derzeit leider aber weit entfernt.

Was kann man also besser machen? Das beste Beispiel sind wohl die Eggenberger selbst. Vor zwei Jahren noch weit hinten in der Tabelle, sind sie mittlerweile eine verschworene Einheit, die nicht mehr nur von den Einzelleistungen eines Wallner abhängig ist, sondern mit hervorragender taktischer Einstellung und mannschaftlicher Geschlossenheit besticht. Aggressives Pressing und konsequentes Attackieren in der Defensive bringen zahlreiche Ballgewinne, durch die man auch ohne große spielerische Leistungen immer wieder zu guten Torchancen kommt. Natürlich hat Eggenberg die Spieler dafür, doch auch beim HFC wird man sich in diese Richtung etwas überlegen müssen.

Auch die Grau-Orangen müssen versuchen, aus dem vorhandenen Spielermaterial das Beste zu machen. Spielerisch wird man aber mit den Top-Teams der Liga nicht so schnell mithalten können, und an der Einstellung, dem Zweikampfverhalten und dem Laufpensum ist es in den letzten Spielen ohnehin kaum gescheitert. Daher ist die Taktik die einzige Möglichkeit, kurzfristig etwas zu verbessern. Hier gilt es, sich etwas zu überlegen, will man nicht ganz den Anschluss in der Tabelle verlieren. Denn eines ist klar: Wenn man so weitermacht wie in den letzten Spielen, wird sich der tiefe Fall des HFC ungehindert fortsetzen.
 
 
20.04.2008, Union Arena 09, 4 Feldspieler
HFC Graz 1999 - HFC Odörfer10:1 (10:1)
1 Stefan Steiner - 18 Joachim Schuller, 13 Florian Pregartbauer, 0 Stefan Großmann, 5 Bernhard Trapp, 4 Stefan Zengerer, 9 Christian Kozina, 10 Johannes Thonhauser, 11 Peter Wagner
Tore: Schuller (5), Pregartbauer F. (2), Grossmann, Trapp, Zengerer
Neues Jahr, neues Glück
Trainings, Spiele, Turniere, Yoga-Einheiten - auch 2018 ist der HFC-Kalender wieder gut gefüllt.
1. IF Litenborg K  40/18
2. H.F.C. Headban  39/17
3. Grazhoppers FC  26/17
4. Gunners FC 23/17
5. 1.FC Hopfen &   22/17
6. FC Kiwi Sandga  22/17
7. Celtic Graz 21/17
8. Atletico Graz 21/18
9. HFC Graz 1999 15/17
10. FC Ambrosi Gra  15/17
2008: Herzschlagfinale zum 2. HFL-Meistertitel
Gegen Kalsdorf dreht der HFC ein 1:4 und wird zum zweiten Mal Meister.
Startseite | Archiv | Videos | Termine | Kontakt | Impressum                                                                                  © HFC Graz 1999 e.V. 1999 - 2018